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Ohne Furcht und Adel

Abspiel-Spieletest

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Anzahl Spieler: 3-7
Ab Alter: 10
Spieldauer: 90 Minuten
Autor: Bruni Faidutti
Hersteller: Hans im Glück
Erscheinungsjahr: 2000

Gebäude

Magier

In "Ohne Furcht und Adel" geht es darum möglicht wertvolle Gebäude zu bauen. Dafür schlüpft man jede Runde in einen anderen Charakter. Schauen wir einmal einer Spielrunde mit fünf Spielern gegen Ende des Spiels über die Schultern.

Micha ist König. Der König mischt die Charakterkarten, legt eine Karte verdeckt in die Tischmitte und daneben eine offene - aha, der Magier wird dieses Mal keinem seine Karten abzaubern können. Beginnend mit dem König sucht sich jeder eine Karte aus, die übriggebliebene Karte kommt auch verdeckt in die Tischmitte.

Meuchler

Der König blickt in die Runde und ruft "Meuchler!" "Hier!", antwortet Stefanie. "Ich ermorde den Händler". Der bedauernswerte Händler wird diesmal keine Einnahmen haben und auch nicht bauen können. Dann nimmt sich der Meuchler zwei Goldstücke und baut ein Laboratorium - mit diesem Sonderbauwerk kann er Gebäude auf seiner Hand in Goldstücke umtauschen.

Der König ruft "Dieb!". Wolfgang meldet sich und sagt "Ich bestehle den König". Dann nimmt er sich zwei Bauwerke vom Stapel und legt eines davon auf den Ablagestapel. "Fertig!"

Der Magier spielt sowieso nicht mit, also ruft der König den König auf. Elli meldet sich, nimmt die Krone von Micha und ist ab jetzt König. Sie nimmt für ihre zwei gelben Königs-Gebäude zwei Goldmünzen ein. Aber Wolfgang, der Dieb, hält sofort die Hand auf und bekommt sämtliche Goldstücke des Königs. Elli nimmt sich noch die regulären zwei Goldstücke, für mehr reicht es in dieser Runde nicht mehr.

Prediger Prediger

Elli ruft als neuer König jetzt die weiteren Spieler auf. Der Prediger meldet sich nicht, er ist wohl schon auf dem verdeckten Ablagestapel, der Händler ist sowieso tot und auch der Baumeister meldet sich nicht. Aber als Elli den Söldner ruft, meldet sich Frank. Er nimmt 3 Goldstücke für seine roten Söldner-Bauwerke ein, dann blickt er in die Runde. Wolfgang hat schon 7 Gebäude, höchste Zeit also zu verhindern, dass er Schluß macht. Er zeigt auf das Zunfthaus vor Wolfgang, zahlt eine Goldmünze, weil es ein Gebäude von Wert 2 ist und das Zunfthaus wandert auf die Ablage. Dann baut er selbst einen Hafen und zahlt die vier Goldstücke dafür.

Damit ist die Runde beendet. Micha hat sich garnicht gemeldet, er war demnach der ermordete Händler. Jetzt geht es wieder los mit der Verteilung der Charakterkarten.

Nach der nächsten Runde hatten Wolfgang und Frank beide acht Gebäude und damit war das Spiel beendet. Jeder Spieler bekommt jetzt den Wert der Gebäude als Punkte, 3 Sonderpunkte, wenn er jedes der fünf Gebäudefarben gebaut hat, 4 Punkte, wenn er als erster 8 Gebäude hatte und 2 Punkte wenn er auch in dieser Runde sein achtes Gebäude hatte. Es gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten, also nicht unbedingt, wer als erster fertig ist.

Das Spiel ist spannend und unterhaltsam. Der Mechanismus der wechselnden Charaktere stammt aus dem Adlung-Spiel Verräter, aber hier ist der Verlauf doch besser kalkulierbar. Die Karten sind schön, die Charakterkarten nutzen aber schnell ab. Die Spielregel ist sehr verständlich und die Spielhilfen sehr gut. "Ohne Furcht und Adel" ist ein weitgehend gelungenes Spiel.

Hoppla! Was heisst weitgehend? Trotz aller Sorgfalt scheinen den Spieletestern doch ein paar Sachen nicht aufgefallen zu sein:

  1. Die Königs-Taktik: Wer König ist, kann es immer bleiben. Ist der König nicht dabei, dann kann er eine beliebige andere Karte nehmen. Jede Runde hat er nun Einnahmen aus den Königsgebäuden. Man kann zwar mit Meuchler und Dieb den König ausbremsen, aber es macht doch das Spiel kaputt. Es ist schon eine Regeländerung im Gespräch, die man gleich anwenden kann: Der aktive König darf als Charakter weder König noch Mäuchler wählen.
  2. Wen es unglücklich trifft, wird mehrere Runden hintereinander gemeuchelt und kann dann überhaupt nichts tun - das ist praktisch nicht mehr aufholbar. Es gibt Menschen, die ziehen dieses Unglück magisch an. Mir erscheint es sinnvoll, wenn der Meuchler nur die Sondereigenschaften ermordet und den normalen Spielzug (Goldstücke nehmen oder Gebäude nehmen und Gebäude bauen) trotzdem durchführen kann.

Wem das Spiel zu lange dauert, der kann das Spielziel auch problemlos auf 6 Gebäude kürzen.

Copyright 2000 Mario Boller-Olfert


Marios Welt, EMail:mboller@bigfoot.de